Alles auf dieser Welt schreit nach guter Vermarktung, nach guter Platzierung. An jeder Ecke dieser Erde überfallen uns dieselben Angebote, langweilen uns dieselben Gerüche, berieseln uns dieselben Melodien. Bei all dieser vermeintlichen Monotonie gelüstet man aber automatisch nach Exklusivität. Es beginnt die Suche nach dem Besonderen, dem Einzigartigen. Monotonie, vermarktungsstrategisches Dahingleiten wird deshalb nie die Suche nach Überraschung und nach Qualität in die zweite Reihe rutschen lassen.

Ja, es stimmt! Musik begleitet uns in jeder erdenklichen Lebenssituation. Es könnte aber auch irgendein anderer Lärm sein, wir nehmen es nur zweitrangig wahr. Und doch, sobald wir uns um die Suche nach Qualität bemühen müssen, schalten wir um. Wir wissen, oder besser: wir fühlen, wann ein Mosaiksteinchen zu einem großen, wichtigen Ganzen gehört oder nicht. Es zahlt sich immer aus, die Suche nach einem kleinen, besonderen Steinchen zu starten. So können ein Künstler und auch ein künstlerischer Leiter an einem großen Mosaik mitbauen. Das heurige Programm ist eine derartige Suche. Es gilt nicht, jeden Geschmack zu erfüllen, sondern es geht darum, neue Steinchen zu einem Ganzen hinzuzufügen. Ich lade Sie ein, einen Schritt zurück zu tun und den Blick auf ein neues MOSAIK der KLANGfeste zu richten.

Mein Dank geht auch in diesem Jahr an die Soireen auf Schloss Tirol, mit denen wir eine erfrischende Zusammenarbeit pflegen. Das Festival Glatt und Verkehrt ermöglicht uns die Aufführung eines Programmes, das eigentlich erst Mitte Juli uraufgeführt wird. Seit den Anfängen ist die Raiffeisenkasse Bozen fester Partner der Konzertreihe. Ihr und der Südtiroler Landesregierung, Abteilung Kultur, sowie den Konzertpaten und Gönnern der KLANGfeste gilt unser Dank für die finanzielle Unterstützung, der Stiftung Bozner Schlösser für die vorzügliche Zusammenarbeit.

Matthias Mayr
künstlerischer Leiter
& das Südtiroler Kulturinstitut